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19.07.2008

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Züchterinterview

Der nachfolgende Text wird nachgedruckt und übersetzt mit der freundlichen Erlaubnis der „Red and White Dairy Cattle Association“, USA (www.redandwhitecattle.com). Der Originaltext kann in der Ausgabe Nr. 75 (2004), Seite 12 des „Red Bloodlines“ Magazin nachgelesen werden.

 

Diskussionsrunde „Polled Genetik“

von Ed Peck

 

Der Gebrauch genetisch hornloser Genetik in den Zuchtprogrammen hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Red Holstein Züchter hatten die Gelegenheit Vererber zu nutzen, welche aus verschiedenen starken Zuchtprogrammen, welche die Hornlosgenetik in ihren Kuhfamilien weiterentwickelt haben. Diese Hornlosgenetik ist etwas spezielles in der Red Holsteinzucht, welche hier vielleicht nur noch von den Jerseys übertroffen wird. Für die nachfolgenden Interviews wurden einige der bekannteren Nutzer von Hornlosgenetik kontaktiert um deren Einschätzung kennen zu lernen, wo die reellen Möglichkeiten für Rotbuntzüchter im Bereich Hornloszucht liegen.

 

Nachfolgend eine Vorstellung der Teilnehmer der Diskussionsrunde:

 

John Burket – Burket-Falls-Farm

East Freedom, PA, USA

Die Familie Burket züchtet nun schon seit 44 Jahren genetisch hornloses Milchvieh und hat schon zahlreiche Bullen an Besamungsstationen verkauft oder verleast sowie Embryonen exportiert. Sie melken zur Zeit 110 Kühe und ziehen 150 Stück Jungvieh auf, 75 Prozent davon Red-Holstein oder Rotfaktorträger. Ungefähr 2/3 der Herde ist genetisch hornlos. John war sowohl „National Director“ als auch Klassifizierer für die „RWDCA“. Sein Vater Dave erhielt die „Master Breeder“ – Auszeichnung im Jahr 2000.

 

Zur Zeit (2004) werden bei Burket-Falls folgende Bullen eingesetzt: Paradox-Red, Jordan-Red, Rubens RC, Marmax RC, Polled Party-Red, Polled Vision, O-man, Stormin Norman.

 

Frank Bouic

Ostrander, Ohio, USA

Frank besitzt 47 eingetragene Holsteins von denen 20 genetisch hornlos sind. Seine 25 Kühe sind in der 100-Kuh-Herde seines ca. 15 Meilen entfernt lebenden Neffens untergebracht. Seine Jungrinder zieht er selbst auf. Frank ist 63 Jahre alt und hatte seit seiner Kindheit mit eingetragenen Holsteins zu tun. Viele Jahre hat er einen Newsletter für Hornloszüchter herausgebracht. Frank nutzte in den vergangenen Jahren verschiedene Red Holstein und Rotfaktor Bullen so daß seine Herde zu ca. 20-25% Träger des Rotfaktors ist.

 

Zur Zeit (2004) setzt Bouic die folgenden Bullen ein: die Burket-Falls Bullen Portrait P-ET, Special P-ET, Polled Preview und Polled Plus, die Hickorymea Bullen Overtime P, Tripod P und Oblige P sowie Aggravation Dieter P RC.

 

Bob Feldwisch – Aggravation Plantation

New Knoxville, Ohio, USA

Bob züchtet genetisch hornlose Red-Holsteins und Rotfaktortiere nun schon seit über 31 Jahren. Zur Zeit werden in der Aggravation Herde die Bullen Lawn Boy-Red P, Hardwood-Red P, Polled Vision RC, Tyrus P, Marmax, Talent, Jordan-Red, O-man, Dane und September Storm eingesetzt.

 

Fred Hendricks – SunShower Acres

Longmont, CO, USA

Fred Hendricks war in vielen Bereichen der Besamungsindustrie in den letzen 40 Jahren beschäftigt. Er und seine Frau gründeten SunShower Acres vor 28 Jahren. SunShower vertreiben den Anpaarungsplaner „Accu-Match Analysis“ und testen jährlich 25-30 Bullen (Holstein, Red-Holstein, Rotfaktor). Viele dieser Bullen wurden positiv getestet und gelangten in den Wiedereinsatz. Desweiteren vertreibt SunShower Bullensperma von getesteten Bullen. Fred erhielt den begehrten „Albrecht Service Award“ im Jahr 2002.

Bis heute hat SunShower 25 genetisch hornlose Bullen getestet (Holstein, Red-Holstein und Rotfaktor).

 

Ed Johnson – Hickorymea Farms

Airville, PA, USA

Ed Johnson und seine Familie melken 19 Red-Holstein und 68 Rotfaktor Kühe. Beim Jungvieh findet man weitere 35 Red-Holsteins sowie 34 Rotfaktor Kälber und Färsen. Insgesamt werden 94 genetisch hornlose Kühe gemolken, weiteren 70 Kälber und Färsen sind ebenfalls genetisch hornlos.

Johnson startete 1969 mit der Hornloszucht. Im Jahr 2003 erhielt der die „Master Breeder“ – Auszeichnung für seine Erfolge in sowohl der Red-Holstein als auch in der Hornloszucht.

 

Auf Hickorymea Farms werden zur Zeit (2004) die folgenden Bullen eingesetzt: Total P-Red, Tokyo-Red P, Truvalu-Red P, Tenafly-Red P, Tipton P, Overtime P, Oswald P und Ottawa P (alle vorgenannten Bullen wurden auf Hickorymea gezüchtet).  An gehörnten Bullen werden Jordan-Red, Paradox-Red, Talent, Titanic, Marmax, Reggie Champion und Freelance eingesetzt.

 

Greg Schildknecht

Mondovi, WI, USA

Schmidtknecht in seiner Herde zur Zeit ca. 100 Red-Holstein oder Rotfaktortiere, ca. 140 Tiere in seiner Herde sind genetisch hornlos. Er nutzt Hornlosgenetik schon seit vielen Jahren und versucht jeden neuen genetisch hornlosen Jungbullen in seiner Herde einzusetzen.

 

Frage: Erläutern Sie den Hintergrund sowie die Erfahrungen mit genetisch hornlosem Milchvieh.

 

Burket: Unser erstes genetisch hornloses Kalb wurde 1960 auf unserer Farm geboren. Das Kalb hieß „Princess Fayne Houtje“. Sie schloß mehrere Laktationen mit Leistungen über 500 Kg Fett ab. Diese Kuh war der Start unserer hornlosen und auch besten Kuhfamilie.

 

Bouic: Ich begann in den frühen 1980ern damit genetisch hornlose Jungbullen auf ein paar Kühe einzusetzen. Allmählich steigerte ich den Einsatz von genetisch hornlosen Bullen. Ich stellte fest, daß die ansässigen Spermaverkäufer oft die erhältlichen genetisch hornlosen Bullen nicht kannten, selbst dann nicht, wenn Sie von der eigenen Besamungsstation kamen. So startete ich einen Newsletter für Hornloszüchter. Ich kaufte eine Datei mit Tieren, die bei der Holsteinzuchtverband als „genetisch hornlos“ gemeldet waren und erstellte Listen und Pedigrees für die Hornloszüchter die diese nachfragten. Dies mache ich heute immer noch, obwohl nicht mehr so oft wie ich gerne würde.

 

Feldwisch: Ich interessierte mich erstmals für das Hornlosgen als ich Student an der Ohio State University war. Allmählich begann ich die genetisch hornlosen Bullen von „Larry Moore“ einzusetzen, später dann stärker die Bullen von den Burkets und den Johnsons (Hickorymea).

 

Hendricks: Obwohl ich von Hornlosgenetik wußte war ich Anfangs eher passiv darin, die Vorteile der Hornlosgenetik zu erkennen. Dann tauchten einige genetisch hornlose Bullen auf die fähig waren einen ausgeglichenen genetischen Beitrag zur Verbesserung der Zucht zu leisten.

 

Johnson: Ich stellte fest, daß die Zucht auf Hornlosigkeit ein guter Weg mehr Spannung in die tägliche Arbeit bringen kann. Es kann sehr herausfordernd und kann sehr lohnend sein.

 

Schmidtknecht: Mein Vater begann damit genetisch hornlose Bullen einzusetzen, dies habe ich dann einfach übernommen.

 

Frage: Denken Sie, daß sich die Hornlosgenetik in den vergangenen 10 Jahren weiterentwickelt hat, auf dem gleichen Stand geblieben ist oder abgenommen hat?

 

Burket: Wir denken das sie sich verbessert hat.

 

Bouic: Als ich begann kam alle 3 bis 5 Jahre eine neuer genetisch hornloser Bulle auf eine Besamungsstation. Nun sind es 5-6 jährlich und die Qualität verbessert sich ständig. Es gibt zur Zeit 30 oder mehr genetisch hornlose Bullen bei den Besamungsstationen (Anmerkung des Übersetzers: es sind sogar über 100!).

 

Feldwisch: Es hat sich definitiv weiterentwickelt. Die Besamungsstationen realisieren den zusätzlichen Pluspunkt den das Hornlosgen in ein gutes Pedigree eines Bullenkalbes bringt.

 

Hendricks: Unsere Erfahrung zeigt eine stetige Zunahme bei der Akzeptanz der Hornlosgenetik. Fast täglich erhalten wir neue Anfragen nach unseren Hornlosbullen.

 

Johnson: Ja, es hat sich durch bessere Pedigrees und ein enorm gesteigertes Interesse, besonders aus dem Ausland, zugenommen. Jeder profitiert davon gutes genetisch hornloses Vieh zu besitzen.

 

Schmidtknecht: Ich denke, daß es wächst, aber langsam.

Frage: Was sollten Züchter und Milchproduzenten über die momentan erhältlichen genetisch hornlosen Möglichkeiten wissen?

 

Burket: Heutzutage braucht man, wenn man genetisch hornlose Holsteins züchtet, keine Einbußen bezüglich Typ und Leistung befürchten. Auch sehr große Herden bevorzugen die genetische Hornlosigkeit, da sie Zeit und Kosten spart. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass die genetische Hornlosigkeit sich dominant vererbt.

 

Bouic: Das Interesse an der genetischen Hornlosigkeit wächst stetig an. Das Interesse in Europa ist sogar größer als in den USA. Wie auch immer, um Hornlosgenetik zu vermarkten muß man mit der restlichen Genetik auf dem Markt Schritt halten können. Deshalb ist es notwendig auch die beste Genetik aus der gehörnten Population zur Verbesserung der Hornlospopulation zu nutzen.

 

Feldwisch: Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Das Hornlosgen ist dominant gegenüber dem Horngen. Außerdem sind einige Jungbullen mit super Pedigrees erhältlich oder werden in Kürze geboren, die dazu genutzt werden können die Hornlosigkeit in die Zucht zu integrieren.

 

Hendricks: Es ist sehr vielversprechend, daß das Angebot an genetisch hornlosen Bullen in den vergangenen Jahren massiv zugenommen hat. Viele dieser Bullen haben Pedigrees, mit denen sie ihren gehörnten Gegenstücken in nichts nachstehen.

 

Johnson: Kälber zu enthornen ist keine lustige Arbeit. Es kann grausam sein und kostet extra Zeit und Geld. Außerdem kann es die Entwicklung eines Kalbes verlangsamen oder schlimmeres.

 

Schmidtknecht: Ich denke die Züchter müssen erfahren, daß die Möglichkeiten / Genetik immer besser wird.

 

Frage: Was denken Sie sind die größten Vorteile / Nachteile wenn man auf die genetische Hornlosigkeit züchtet und selektiert?

 

Burket: Gute Outcross-Möglichkeiten zu finden und homozygot (reinerbig) hornlose Bullen und Rinder zu züchten.

 

Bouic: Die größte Herausforderung ist die Balance zwischen dem Wunsch, die Enthornerei gänzlich zu eliminieren und der Notwendigkeit auch die beste Genetik aus der gehörnten Population zur Verbesserung der Hornlosbasis zu nutzen, zu finden. Desweiteren kann es eine Herausforderung sein, die genetisch hornlosen Besamungsbullen aufzuspüren.

 

Feldwisch: Der Selektionsdruck, da der Genetik Pool kleiner als bei den Red Holsteins oder beim Rotfaktor ist.

 

Hendricks: In der Vergangenheit war der Mangel an Bullen mit ausgeglichener Vererbung die größte Herausforderung. Aber die aktuellen Jungbullen mit höherem genetischen Index werden diese Kluft in Zukunft schließen.

 

Johnson: Der größte Nachteil ist der Mangel an Top geprüften Hornlosbullen. Die größte Herausforderung ist es, Inzucht zu vermeiden.

 

Schmidtknecht: Zu versuchen, daß die großen Besamungsstationen mehr Hornlosbullen testen. Ich denke auch das eine Herausforderung in der Vermeidung von Inzucht liegt.

 

Frage: Welche Strategien wenden Sie an um Ihre Herausforderungen zu meistern?

 

Burket: Wir arbeiten intensiv mit unseren allerbesten weiblichen hornlosen Tieren.

 

Bouic: Ich versuche genetisch hornlose Bullen bei so vielen gehörnten Tieren wie möglich einzusetzen. Hornlos x hornlos Anpaarungen mache ich nur, wenn der Hornlosbulle mit den besten vergleichbaren gehörnten Bullen vergleichbar ist, sowohl in den Leistungs- als auch in den Typmerkmalen. Ich benutze eine Datei von der Holstein Association um die genetisch hornlosen Bullen bei den Besamungsstationen aufzuspüren und gebe diese Informationen auch an andere Züchter weiter.

 

Feldwisch: Ich versuche die Genetik der besten erhältlichen gehörnten Red Holstein, Rotfaktor und auch Holsteinbullen mit einzubeziehen, wenn ich ein genetisch hornloses Spitzentier anpaare.

 

Hendricks: Gemäß unseren Testrichtlinien hat SunShower konsequent Bullen getestet, welche die Voraussetzungen mitbringen die Genetik zu verbessern. Wir haben oft genetisch hornlose Bullen mit Rotfaktor getestet, dessen Väter berühmte schwarzbunte Holsteins waren.

 

Johnson: Wir nutzen ein breites Spektrum an jungen genetisch hornlosen Bullen. Wenn wir ein genetisch hornloses weibliches Tier haben, belegen wir es mit einem Top gehörnten Bullen. Unsere besten genetisch hornlosen Kühe spülen wir mit den besten gehörnten Bullen. Unsere gehörnten Kühe werden immer mit einem genetisch hornlosen Bullen belegt. So bekommen wir aus jeder Anpaarung die wir machen im Schnitt 50% genetisch hornlose Kälber.

 

Schmidtknecht: Ich konzentriere mich darauf mit denjenigen Besamungsstationen zu arbeiten, die genetisch hornlose Bullen im Programm haben.

 

Frage: Finden Sie, daß Hornlosgenetik in der Red Holsteinzucht stärker präsent ist / größere Möglichkeiten hat (im Vergleich zur Holsteinzucht)?

 

Burket: Aufgrund der Populationsgröße denken wir, daß die Hornloszucht den größten Einfluß auf die Red Holsteinzucht nehmen könnte, besonders auf kurze Sicht. Sowohl die Red Holsteins als auch die schwarzen Holsteins können von dem Gebrauch von Hornlosgenetik profitieren.

 

Bouic: Zur Zeit hat die Hornlosgenetik sicherlich mehr Einfluß auf die Red Holsteinzucht als auf die Schwarzbunten. Red Holsteinzüchter sind eher gewillt kleine Opfer zu bringen um das Hornlosgen in die Herde zu integrieren. Desweiteren haben einige Züchter in der Vergangenheit die beste Genetik aus dem gehörnten Holsteinbereich mit Red Holstein und Hornlosgenen zusammengebracht, so daß die besten Quellen in der Hornloszucht rote oder Rotfaktorbullen sind.

 

Feldwisch: Sie sind in der Red Holsteinzucht stärker präsent da die Red Holsteinzüchter in Vergangenheit bei Ihren Zuchtprogrammen „phantasievoller“ sein mußten.

 

Hendricks: Historisch gesehen war der Hornloseinfluß in der roten Population bekannter. Dieser Trend scheint aber zu schwinden da sich die Holsteinzüchter zunehmend auch für Hornlosgenetik interessieren.

 

Johnson: Ja, das Hornlosgen ist in der Red Holsteinzucht mehr vertreten, hauptsächlich weil viele der genetisch hornlosen Bullen rote oder Rotfaktor waren.

 

Schmidtknecht: Nein. Dies war vor einigen Jahren so, aber jetzt nicht mehr.

 

Frage: Was denken Sie, welche Bullen oder Blutlinien den größten Einfluß auf die heutige Hornlosgenetik haben?

 

Burket:

 

Bouic: Die Bullen von Burket und Hickorymea hatten einen sehr großen Einfluß auf die Hornloszucht. Die meisten der guten hornlosen Tiere heutzutage gehen auf Princess Fayne Houtje aus der Burket Herde zurück.

 

Feldwisch: Polled Plus und Denmark-Red haben einige Spitzenkühe in meiner Herde hinterlassen.

 

Hendricks: Ich kann keinen speziellen Bullen oder Blutlinien nennen, welche die hornlose Holsteingenetik dominieren. Rudolph und Winchester sind die Väter der führenden Hornlosbullen heutzutage. Diese Vererber sind zeitgenössisch und untraditionell für die Hornloszucht. Keine Blutline, aber Burket-Falls wird der bedeutendste Lieferant von hornloser Holsteingenetik der letzen dreißig Jahre sein.

 

Johnson: Burket-Falls Houdini RC hatte einen bedeutenden Einfluß auf unsere Herde. Er war ein großartiger Typvererber mit einer guten Leistung. Seine Töchter waren gute Anpaarungspartner für Aerostar.

 

Schmidtknecht: In unserer Herde war es Burket-Falls Polled Plus RC.

 

Frage: Was waren Ihrer Ansicht nach die besten Hornlosfamilien oder Kühe mit denen Sie gearbeitet haben?

 

Burket: Die Burket-Falls Elevation Sophia P EX-93 – Familie.

 

Bouic: Bouic L Polled Elton 862 war eine Bell Elton aus einer Tochter von einem jungen Hornlosbullen. Sie molk gewöhnlich 150% der Herdengenossinen und kam in die Top 10.000 CTPI-Liste (Locator List) der Holstein Association. Ebenso die  Nachkommen von Bouic B Polled Washton 795 und deren Juror und Mascot – Töchter. Eine Enkelin von Washton 795 von Winchester hat einen CTPI von 1600 und 565 NM$. Viele weitere Nachkommen sind zur Zeit unter den besten Tieren der Herde.

 

Feldwisch: Aggravation Aeroappeal P und ihre Manfred-Tochter Brigitte P-ET haben zur Zeit vier Söhne in der Besamung. Genetisch hornlose Talent RC-Nachkommen werden zur Zeit geboren und BW Marshall-Trächtigkeiten kommen im August (2004) zur Kalbung. (Anmerkung des Übersetzers: Aggravation Afterburn P, ein genetisch hornloser BW Marshall-Sohn geht in Kürze in den Testeinsatz)

 

Hendricks: SunSower bezieht seine Testbullen aus drei berühmten Kuhfamilien. Diese Kuhfamilien befinden sich in den Herden von Burket-Falls, Hickorymea und Aggravation Plantation.

 

Johnson: Unsere zwei Hauptkuhfamilien sind die „T“ und die „O“ – Familie. Zwei Houdini Vollschwestern bilden den Beginn der „T“-Familie. Tabbi, ihre Tochter Tanya und deren Tochter Tasha (von Airliner) bilden den einen Zweig der Familie. Die andere Schwester, Tidy, ist die Mutter von Tena (von Aerostar), Tena hat 5 VG eingestufte Töchter und ist Excellent. Wir haben zahlreiche hornlose und gehörnte Bullen aus ihren Töchtern (hauptsächlich Tracey, Tessie und To) an Besamungsstationen verkauft oder verleast. Hickorymea Elton Ovation-P VG-89 GDM ist die Mutter von Hickorymea Bellwood Ossie P (EX-91 GDM). Zahlreiche genetisch hornlose Bullen aus Ossie P wurden verleast oder verkauft. Die „O“ –Familie hat keine Rotfaktor, Ossie P hat aber vier genetisch hornlose Töchter die das rote Gen in die Familie bringen.

 

Schmidtknecht: Die Kuhfamilien von Burket-Falls und Hickorymea Farms.

 

Frage: Welche Bullen haben Sie kürzlich eingesetzt, um die Hornlosgenetik zu erweitern?

 

Burket: Holsteinbullen wie Rudolph, Convincer, O-man und weitere sowie zahlreiche Red Holstein und Rotfaktorbullen.

 

Bouic: Die meisten Bullen die ich als Quelle für die Hornlosigkeit benutzt habe waren Jungbullen, so wie diese, die ich eben erwähnte. Bis jetzt waren Polled Plus und Tripod die einzigen genetisch hornlosen Bullen die ich eingesetzt habe nachdem sie einen Zuchtwert hatten.

 

Feldwisch: Hardwood-Red, Lawn Boy-P und Polled Vision.

 

Hendricks: Wir fahren damit fort junge genetisch hornlose Bullen aus überragenden Kuhfamilien zu testen, welche die aktuell führenden Bullen der Zucht als Väter haben.

 

Johnson: Zusätzlich zu den vorhin genannten Bullen haben wir unsere genetisch hornlosen Kühe mit gehörnten Bullen belegt. Zur Zeit sind dies Best, Beaver, Luigi RC, Boss und Dane.

 

Schmidtknecht: Ich setze weiter Burket-Falls Polled Plus ein. Desweiteren setze ich zur Zeit Burket-Falls Polled Vision RC ein, einen Sohn von Comestar Outside.

 

Frage: Was begeistert Sie am meisten an hornloser Genetik?

 

Burket: Wir glauben daran, daß die Holsteinzucht irgendwann genetisch hornlos sein wird und wir auf Burket-Falls-Farm möchten bei diesem erstrebenswerten Fall eine Rolle spielen.

 

Bouic: Der genetische Fortschritt der Hornlosgenetik beschleunigt sich immer mehr. Es scheint mir, daß sich die Hornloszucht in den letzen 10 Jahren mehr entwickelt hat als in den 100 Jahren davor. Ich bin davon überzeugt, daß wir nah dran sind, das es genetisch hornlose Besamungsbullen gibt die auch von Züchtern eingesetzt werden, die nicht speziell auf Hornlosgenetik selektieren. (Anmerkung des Übersetzers: Bei der Zuchtwertschätzung Februar 2005 schaffte es der genetisch hornlose Bulle Hickorymea Oswald P auf Platz 25 der TPI-Liste in den USA! Oswald P wird weltweit von einigen führenden Besamungsstationen wie z.B. SEMEX in Kanada als Bullenvater eingesetzt).

 

Feldwisch: Es wird (in naher Zukunft) genetisch hornlose Bullen geben, welche die schwarzbunte Holsteinzucht dermaßen beeinflussen wie es bereits in der Red Holsteinzucht einige der bemerkenswerten hornlosen rotbunten und Rotfaktorvererber getan haben. Ich verkaufe Deckbullen an große kommerzielle Herden die diese für Ihre Problemkühe gebrauchen und diese Leute lieben es, daß sie die Hälfte der Kälber nicht zu enthornen brauchen. Sobald Sie erfahren, daß ein hochpositiver genetisch hornloser Besamungsbulle erhältlich ist, werden Sie ihn sofort einsetzen. Das Hornlosgen wird dann die schwarzbunte Holsteinpopulation in der Weise beeinflussen, wie es z.B. zur Zeit Marmax’s rote Gene tun.

 

Hendricks: Die Argumente für die Hornloszucht sind:

A: Kosteneinsparungen durch verminderten Arbeitseinsatz, da man nicht enthornen muß;

B: Gesundheit und Wohlbefinden des Kalbes durch den Wegfall von Streß, wenn nicht enthornt wird;

C: Der unfaßbare Vorteil beim Wachstum des Kalbes ohne den Streß des enthornens oder Rückschläge in der Entwicklung durch das Enthornen. Milchproduzenten schätzen oft die wahren Kosten die mit dem Enthornen verbunden sind falsch ein. Oft übernehmen Fremdarbeiter die Arbeit des enthornens, besonders in größeren Herden.

 

Mit der Zeit wird die Hornlosgenetik von einer breiten Basis anerkannt werden. Dies hat man schon in den wenigen Jahren gemerkt, in denen ich mich mit der Hornloszucht beschäftige. Die Zukunft der Hornloszucht kennt keine Limits, die Möglichkeiten der Hornloszüchter sind unbegrenzt.

 

Johnson: Anfragen von Züchtern aus den verschiedensten Ländern, Kanada und den Vereinigten Staaten zu erhalten macht die Hornloszucht noch spannender. Nach 30 Jahren ist es immer noch aufregend ein genetisch hornloses Kalb zu bekommen. Es ist eine Herausforderung  immer bessere Hornlosgenetik zu züchten. Das Interesse an Hornlosgenetik und an Red Holsteingenetik wächst täglich. Die Hornlosigkeit ist eine Verbesserung der Zucht die man sehen, fühlen und sich daran erfreuen kann.

 

Schmidtknecht: Die Möglichkeit, eine vollkommen genetisch hornlose Herde zu züchten.

 

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